Geschichte der Dampflok 56.3115

Die 1D-Zweizylinder Nassdampf Verbund Güterzuglokomotive Reihe 56 der ÖBB (ex Reihe 170 der k.k.St.B.) zählte zu den meistgebauten Lokomotivtypen der damaligen Zeit und wurde mehr als 20 Jahre (1897 bis 1916) in ihrer ursprünglichen, wohldurchdachten Form hergestellt. Der Schöpfer der Maschine war Ing. Dr. Karl Gölsdorf, der mit dieser Lokomotive einen Meilenstein nicht nur im österreichischen, sondern im gesamten europäischen Lokomotivbau setzte, zumal deren Aufbau und Erscheinung abweichend von den bisherigen österreichischen Berglokomotiven war. Am Arlberg, wo diese Lokomotiven zuerst eingesetzt wurden, erzielten sie die doppelte Leistung der damaligen k.k.St.B. - Reihe 73. Während des ersten Weltkrieges bewährte sie sich außerordentlich gut und wurde schlechthin zu "der" österreichischen Güterzuglokomotive.

Nach den Wirren der beiden Weltkriege gab es in Österreich nur mehr einen kleinen Rest der einst so stattlichen Zahl von über 800 Exemplaren. So waren im Jahr 1951 noch 28 Stück im Bestand der ÖBB. Bis 1955 kamen 16 Lokomotiven der Baureihe 56 zur GKB, darunter auch die "3115", die 1914 in Wien Floridsdorf gebaut wurde und aus einer Serie für den Semmering stammte. Rund 20 Jahre prägte diese Baureihe den schweren Güterzugdienst auf den GKB-Strecken ehe sie von den Lokomotiven der Baureihe 152 abgelöst wurden.

Nach der in den Jahren 1979 bis 1981 durchgeführten Hauptuntersuchung wurde die 56.3115 auf den Namen "Köflach - Stadt der weltberühmten Lipizzaner" getauft. Im Jahr 1991 erhielt die Lok eine weitere Hauptreparatur und war bis zum Jahr 2002 für Sonderfahrten im Einsatz. Derzeit wartet sie hinterstellt im TEML in Lieboch auf eine mögliche Hauptuntersuchung.