8501 Lieboch, Bahnhofstraße 8
Tel.: 03136/62213 oder 0664/4883030
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Öffnungszeiten

Das Technische Eisenbahnmuseum Lieboch "TEML" ist vom 1. Mai bis 26. Oktober jeden Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und an allen Feiertage von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
Letzter Einlass um 16:15 Uhr. ACHTUNG: Von 15. - 17. Oktober 2021 ist der Zugang zum TEML, aufgrund von Straßenbauarbeiten, nicht möglich. Das Eisenbahnmuseum ist daher nicht geöffnet!

Eintrittspreise

Erwachsene € 4.-
Senioren und StEF-Mitglieder € 3,-
Kinder € 2,-
Familien € 8,-

Geschichte

Bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts war die Entwicklung der Marktgemeinde Lieboch vom bäuerlichen Leben geprägt. Dies änderte sich mit der Aufnahme des offiziellen Betriebs der Eisenbahn, der Graz-Köflacher Eisenbahn und Bergbaugesellschaft am 3. April 1860. Die von diesem Jahr an bestehende Bahnstation erlangte 1873 durch die neue Anschlussstrecke nach Wies-Eibiswald noch mehr an Bedeutung. Dadurch begann ein Wandel und eine rasche Entwicklung von Lieboch aufgrund seiner günstigen Verkehrslage, die bis heute anhält.

Die Idee

Aufgrund der Geschichte und Bedeutung als Bahnknotenpunkt der GKB bot sich das Heizhaus Lieboch und die Bahnanlagen sehr gut für ein StEF-GKB Museum an. Das zuvor leerstehende Heizhaus wurde von der Marktgemeinde Lieboch restauriert und im September 2004 feierlich eröffnet. So wurde Lieboch die neue Heimat für die vom Verein StEF betreuten historischen Fahrzeuge der GKB, für die Dampflokomotive 56.3115 und für die historischen Personen- und Güterwagen.

 
Befehlsblock
 
 
Stellknopf Befehlsblock
   
Geschwindigkeitsanzeige Dampflok

Das Technische Eisenbahn Museum Lieboch – „TEML" ist ein idealer Ausgangspunkt für Sonderfahrten in die Weststeiermark, das Museum ist der neue Anziehungspunkt für Eisenbahnfreunde und Touristen für die Marktgemeinde Lieboch. 


 Außenstelle: Das historische Stellwerk Deutschlandsberg

Neben den Aktivitäten der Modellbahn hat man sich zum Ziel gesetzt, das alte mechanische Stellwerk als Museum zu erhalten.

Das 1913 gebaute Gebäude wurde von den Mitgliedern weitestgehend in den Ursprungszustand versetzt. Die Fensterscheiben wurden erneuert, im Sommer wird das Stellwerksgebäude mit Blumenschmuck versehen. Im Gebäude befindet sich noch der originale Stellwerksapparat der Baureihe SBW 500, das für Vorführungszwecke voll betriebsfähig ist. Außerdem können historische Signalschilder und Unterlagen besichtigt werden. Für eine Schrankenanlage wurden originale Kurbelwerke beschafft und mit Hilfe eines Kranes montiert.

100 Jahre Stellwerk Deutschlandsberg

von Gottfried Aldrian

Im Bereich der GKB gibt es zwei Objekte, die auf-grund ihrer technik-geschichtlichen Bedeutung vom Bundesdenkmalamt unter Schutz gestellt wurden. Zum einen ist dies die 671, die dienstälteste Dampflokomotive der Welt, zum anderen  ist ein in seiner Art im Bereich der GKB einzigartiges Bauwerk. Das am 13. Februar 1913 in Betrieb genommene Stellwerk der Bauart SBW 500 erfüllte seine Funktion78 Jahre lang, bis es 1991 durch ein modernes Relaisstellwerk des Typs VGS 80 ersetzt wurde. Heuer feiert das von der StEF-Modellbahngruppe betreute historische Stellwerk sein 100-jähriges Bestandsjubiläum. Vierzig Jahre nach Eröffnung der Bahnlinie Lieboch – Wies-Eibiswald und später als in vielen anderen Bahnhöfen der GKB hielt die damals moderne Sicherungstechnik auch in Deutschlandsberg Einzug.

Dadurch konnten die bis dahin verwendeten Distanzsignale außer Betrieb genommen werden und Flügelsignale zur Regelung der Ein– und Ausfahrten Flügelsignale zur Anwendung gelangen. Ebenso war es an nun möglich, die vorher handgestellten Weichen von einer zentralen Stelle aus fern-bedient umzustellen. Wie bei Wärterstellwerken – und um ein solches handelt es sich bei jenen der Bauart SBW 500 – üblich, kann der Stellwerkswärter ohne Zustimmung keine Signale in Freistellung bringen. Dazu benötigt er immer den Auftrag des Fahrdienstleiters, der mit einem Befehlswerk der Bauart 320a die gewünschte Fahrstraße an den Wärter übermittelt.

Dem Stellwerkswärter in Deutschlandsberg oblag auch die Bedienung der beiden Schrankenanlagen für die Eisenbahnkreuzungen Freiländer Straße und Villenstraße. Besonders hervorzuheben ist die markante Bauform des Stellwerksgebäudes. Um dem Stellwerkswärter eine gute Sicht auf die Bahnanlagen zu gewährleisten befindet sich der Bedienraum gleisseitig3 Meter über dem Erdboden, auf der Rückseite sind es auf Grund der Anschüttungen beim Bahnbau beachtliche 6 Meter. Außergewöhnlich ist auch, dass man sich beim Bau des Deutschlandsberger Stellwerks für den Typ eines Mittelstellwerks entschied, bei dem beide Bahnhofsenden in einem Stellwerksapparat zusammengefasst werden und nicht, wie bei größeren Bahnhöfen auch bei der GKB üblich, Endstellwerke errichtete.

Diese Besonderheiten bewogen das Bundesdenkmalamt die „Stellwerkshütte Deutschlandsberg“ als besonders erhaltenswert zu erachten und unter Denkmalschutz zu stellen. Nach dem letzten Betriebstag des alten Stellwerkes am 18. September 1991 (die buchmäßige Außerdienststellung erfolgte am 2. Oktober 1991) regte sich bei Eisenbahnfreunden und der lokalen Bevölkerung der Wunsch, das Gebäude samt Stellwerksapparat der Nachwelt zu erhalten.

Dem Wunsch von Mitgliedern der Modellbahngruppe Deutschlandsberg, das Stellwerk in ihre Obhut zu nehmen, stand die GKB positiv gegenüber und so konnte im Jahr 1995 konnte mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Diese gestalteten sich ziemlich mühsam und aufwändig, musste doch die gesamte Rückseite neu beplankt, die zahlreichen Fensterrahmen samt der Glasscheiben erneuert, sowie das gesamte Gebäude sandgestrahlt und mit einem neuen Anstrich versehen werden. Schlussendlich war es aber dann doch geschafft und das Stellwerksgebäude erstrahlt seitdem wieder im alten Glanz. Seither wurden Befehlswerk und Stellapparat neu verkabelt, sodass der Stellbetrieb beinahe originalgetreu nachvollzogen werden kann. Außerdem wurden verschiedene Utensilien aus dem Eisenbahnalltag zusammengetragen und im Stellwerksraum ein kleines Museum eingerichtet. Das Stellwerk Deutschlandsberg – ein eisenbahntechnisches Kleinod – kann an den Betriebstagen der Modellbahnanlage auch besichtigt werden.